Allgemeines:
Hinduismus ist keine einheitliche Religion. Es ist ein Sammelbegriff für alle Naturreligionen die in Südasien entstanden sind.
Das Wort Hinduismus kommt von dem indischen Fluss Indus.
Anhänger des Hinduismus finden sich in Indien, Bangladesh, Nepal, Bali und Sri Lanka.
13% der Erdbevölkerung sind Hinduisten. Das sind ca. 700 Millionen Menschen.
Kultstätten sind Tempel, Hausaltäre und Wallfahrtsorte.
Religionsträger sind die Brahmanen, die Angehörigen der obersten Kaste.
Entstehung:
Die Religion entstand um ca. 1500 v. Chr. als sich einwandernde Arier mit der indischen Kultur vermischten.
Von 1200 bis 900 v. Chr. wurden die ersten Naturgottheiten verehrt. Es wurde begonnen an den Veden, der heiligen Schrift der Hindus zu schreiben. Die Kaste der Brahmanen entstand, da sie für schwierige Opferrituale gebraucht wurden.
Die Priester begannen ihre Macht zu nutzen und formen ein Sozialsystem, das Kastenwesen.
Um 500 v. Chr. wurden Götterbildnisse eingeführt.
Der Hinduismus entwickelte sich weiter bis die Engländer im späten 19. Jahrhundert Indien kolonialisierten und den Hinduismus kurzfristig verboten.
Als Indien im Jahr 1947 seine Unabhängigkeit erreichte löste spaltete sich der muslimische Teil ab und der Staat Pakistan wurde gegründet. Mahatma Gandhi hatte maßgeblichen Anteil am Abzug der Britischen Kräfte aus Indien er rief die Hindus zum gewaltlosen Wiederstand auf, und wurde deshalb auch zu Lebzeiten wie ein heiliger Verehrt.
Götter:
In der Hinduistischen Welt existieren bis zu 300 Millionen Götter, doch die meisten der Glaubensgruppen bekennen sich nur zu einer oder wenigen Gottheiten.
Die wichtigsten Götter sind Brahma, Vishnu, Shiva, Ganesh und Krishna, die wir euch kurz beschreiben.
Brahma:
Brahma symbolisiert mit seinen 4 Köpfen den völligen Überblick als Weltenschöpfer.
Jedem Gott wird ein eigenes Reittier zugeordnet. Bei Brahma ist das Reittier eine Wildgans namens Hamsa. Brahmas Gefährtin ist Sarasvati Göttin der Kunst und
Vishnu:
Die Rolle des Welterhalters ist dem Gott Vishnu zuzuordnen.
Vishnu steht entweder auf einem Lotus er fliegt auf einem Vogel oder er liegt auf einer Schlange.
In seinen vier Händen hält er einen Diskus, eine Meermuschel, eine Lotusblüte und eine Keule. Seine Gefährtin ist Lakshmi, die Göttin der Schönheit, des Glücks und des Reichtums. Vishnu inkarniert sich von Zeit zu Zeit, um das Dharma (Gesetz) auf der Erde aufrecht zu erhalten.
Shiva:
Shiva ist zugleich der Zerstörer und Erneuerer. Er kann viele Formen annehmen. Manchmal erscheint er als Asket mit einem Tigerfell bekleidet. Shivas Reittier ist der Bulle Nandi. Seine Gefährtin ist Parvati, eine schöne manchmal exzentrische Göttin.
Ganesh:
Ganesh der Sohn von Shiva und Parvati trägt einen Elefantenkopf, weil ihm Shiva in einem Wutanfall den Kopf abgerissen hat und ihm den Kopf des nächstbesten Lebewesens (ein Elefant) aufsetzte.
Krishna:
Krishna ist der Gott mit der Flöte, der bei den Hirten aufwuchs.
Anhänger Krishnas suchen die Erlösung ganz bei ihm, das heißt sie verehren keine anderen Götter. Grund dafür ist, dass ein Teil der Veden von ihm berichtet, wie er einem Prinzen erklärt, dass es notwendig ist, an einen Gott zu glauben.
Neben den Göttern werden auch noch Flüsse, Berge, Seen und Lebewesen verehrt.
So genießt zum Beispiel die Kuh absolute Immunität gegenüber den Menschen.
Ein weiteres Beispiel ist der Ganges, der von vielen Hinduisten als Pilgerstätte verwendet wird, außerdem werden Waschungen durchgeführt.
Leben im Hinduismus:
Im Hinduismus glaubt man, dass jeder Mensch immer wiedergeboren wird. Diesen Kreislauf, den jeder Hindu durch die Erlösung verlassen will, nennt man Samsra.
Nach der Erlösung, so glaubt er, wird er Teil des Brahman, dem Alles. Wie ein Wassertropfen im Meer.
Der Hindu glaubt, dass er aus sich und seinem Atman, seinen göttlichen Kern, die ihn auf seinem Wiedergeburten begleitet und sich seine Taten merkt, besteht. Nach dem Tod durchläuft der Körper eine kurze Zeit der Prüfung. Über seine Taten im letzten Leben wird vor dem Dharma gerichtet. Diese Beurteilung bestimmt sein Karma. Das Karma ist die Summe der guten und schlechten Taten im Leben eines Hindus. Es bestimmt die Wiedergeburt in einer bestimmten Kaste.
Jeder Hindu ist einer bestimmten Kaste zugeordnet. Er wird in ihr geboren und kann in diesem Leben weder auf- noch absteigen, keine Anderskastige heiraten und nur die für seine Kaste vorgesehenen Berufe ergreifen. Ein Hindu versucht in seinem Leben nach den Religionsvorschriften zu leben damit sein Atman vor dem Dharma zu einem besseren Karma gerichtet wird und eine Kaste aufsteigen kann.
Im Hinduismus gibt es vier Hauptkasten:
1. Brahma
Sie ist die Oberste aller Kasten. Die Brahmanen sind die hinduistischen Priester oder die religiösen Lehrer. Dies ist aber kein Beruf, denn den Brahmanen ist es untersagt Arbeit zu verrichten. Sie leben von ihrer Gläubigerschar. Diese müssen für Rituale bezahlen, die der Brahmane vollzieht.
2. Kshatriya
Die Kaste der Kshatriyas ist von kämpferischer Natur. Früher waren die Kshatriyas ausschließlich Krieger, Adelige und Ritter. Die Berufsgruppen wurden auf die heutigen Verhältnisse angepasst.
3. Vaishya
Vaishyas sind mehr den materiellen Dingen zugeordnet. Früher waren sie Händler und Bauern. Sie bilden die Arbeiterschicht.
4. Sudra
Die Kaste der Sudras sind das gemeine Volk. Die für diese Kaste vorgesehenen Berufe sind Diener und Untergebene.
5. Parias
Parias sind eigentlich kastenlos. Sie sind von der hinduistischen Gesellschaft ausgeschlossen, bildeten sich aber ihre eigene Kaste.
Ein Mann im Hinduismus sollte 5 Stadien in seinem Leben durchlaufen:
1. Kindheit:
2. Ausbildung: Nach der Umlegung der heiligen Schnur soll er bei einem Lehrer die Veda und die Riten lernen. Er soll sie im späteren Leben immer zitieren können.
3. Vaterschaft: Der Hindu soll eine Familie gründen. Wichtig ist es einen männlichen Nachfolger zu bekommen.
4. Rückzug: Der Hindu soll sich aus dem aktiven Leben zurückziehen und sich religiösen Praktiken widmen.
5. Ausstieg: Der Hindu soll die heilige Schnur ablegen und sich völlig enthalten bis zum Ende.
Nach dem Tod wird Vielerorts die Witwe des Verstorbenen mit dem Leichnam verbrannt.
Neben der Erlösung, dem Allerhöchsten, gibt es im Leben eines Hindus noch 3 andere Ziele:
Die Glückseligwerdung:
Der Drang die niedrigsten Lebenswünsche zu erfüllen, die mit den 5 Sinnen empfangbar sind.
Nützlichkeitserstrebung:
Sie ist das 2. höchste Ziel. Sie bezeichnet das Streben nach Besitz, Wohlstand und Wissen.
Erfüllung
Erfüllung der religiösen und sozialen Gesetze
Diese 3 Ziele werden in jedem Leben wieder und wieder zu erfüllen versucht bis man schließlich das 4. und höchste Ziel erreicht, die Erlösung, die Einswerdung mit dem Brahman.
Die Veden - heilige Schrift
Der Name kommt von Veda, das Wissen.
Die Veden sind im Sanskrit geschrieben.
Sie bestehen aus vier Teilen:
Ø Dem Samhitas(Sammlungen)
Sie entstanden zwischen 1200 u. 500 v. Chr. und enthalten Lieder, Götterhymnen, Opfersprüche und gesänge.
Ø Brahamas(Priestertexte)
Sie entstanden zwischen 1000 u. 700 v. Chr. und enthalten priesterliche Opfertexte, Ritualtexte, liturgische Anweisungen und Spekulationen über die Schöpfung der Welt.
Ø Upanisade(Geheimlehren)
Sie entstand ab 800 v. Chr. und enthält Meditationsverfahren, Ansichten, Auslegungen und philosophische Beschreibungen von Priestern.
Ø Bhagavad-Gita
Die Bhagavad-Gita ist ein Teil des großen Epos Mahabharata, der um 300 v. Chr. entstand. Dieser schreibt die Bindung an einen Gott vor. Die Bhagavad-Gita wurde erst später zu den Veden hinzugezählt. Davor war es Teil der Traditionsvorschriften. Sie enthält auch die 3 Wege zur Erlösung.
Feste und Feiern:
Die hinduistischen Feste sind Zeichen der Verehrung eines Gottes. Sie sind sehr farbenreiche Ereignisse. Zum Schmuck werden zum Beispiel bunte Blumen verwendet. Die geschmückten Götterbilder werden in Prozession durch die Straßen getragen. Auch die verehrten Tiere werden geschmückt. Auch die Berge, Seen und Flüsse, zu denen lange Pilgerfahrten veranstaltet werden.
Der Hinduismus heute:
Bis heute gibt es Konflikte zwischen Indien und den Vereinten Nationen da viele Hinduistische Bräuche gegen die Menschenrechte verstoßen.
Zwischen Hindus gibt es häufig gewaltvolle Auseinandersetzungen. Diese erfolgen durch Konflikte zwischen untereinanderliegenden Kasten.
Die Rolle der Frau im Hinduismus:
Frauen sind in Indien von der Erlösung weit entfernt. Sie müssen erst als Männer wiedergeboren werden, um dorthin zu gelangen, während ein Mann nie so tief fallen kann, dass er als Frau wiedergeboren würde. Eher als Wurm.
Zitat von Gabriele Venzky, einer indischen Autorin.
Durch die Geringschätzung der weiblichen Fähigkeiten, der Frau an sich, kommt es zu einer klaren Unterdrückung. So sind beispielsweise 99,98% der abgetriebenen Föten, bei denen eine Geschlechtsbestimmung durchgeführt wurde, weiblich. Weiter müssen Frauen bei der Vermählung ein Mitgift bezahlen. Folge von dieser starken Diskriminierung der Frau ist eine erschreckend hohe Selbstmordrate.
copyright by Klemens O..
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