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DIE
ZARENFAMILIE ROMANOW:
Zar Nikolaus: 1868-1918
Zarin Alexandra: 1872-1918
Olga: 1895-1918
Tatjana: 1897-1918
Maria: 1899-1918
Anastasia: 1901-1918
Zarewitsch Alexej: 1904-1918
NIKOLAI II.
ALEXANDROVICH:
Zar von Russland von 1894-1917
* 18.05.1868 Tsarskoe Selo
? 17.07.1918 Jekaterinenburg/Swerdlowsk b 17.07.1998 Peter +
Paul, St. Petersburg, Alter: 50 Jahre 1 Monat 29 Tage
K 26.11.1894 Winterpalast St. Petersburg mit Hessen-Darmstadt von
Alix Victoria Helena Louise Beatrice (Alexandra Fedorovna)
*06.06.1872 Darmstadt
? 17.07.1918 Jekaterinenburg/Swerdlowsk.
Nikolai wurde am 18.05.1868 in Tsarkoe Selo geboren. Seine Eltern
hießen Marie Feodorovna, eine dänische Prinzessin und Zar
Alexander III. Er war der Älteste von sechs Kinder und lebte ein
sehr einfaches Leben. Nikolai schlief auf einer Armeejacke und
nahm nur kalte Bäder. Er war eine sehr freundliche Person, was
man besonders aus seinen Augen leuchten sah. Sydney Gibbs
besuchte damals die Zarenfamilie und bekam so auch das Kind
Nikolai zu Gesicht. Er sagte nach diesem Besuch:
"Nikolai hat eine Ausstrahlung die ich noch nie bei jemanden
anderen gesehen habe. Er ist von einer inneren Ruhe,
Selbstwertgefühl und Würde erfüllt...........Ich glaube. Der
grund dafür sind die Augen........es sind die zärtlichsten
Schatten von blau, die Augen sie sehen einer geradewegs ins
Gesicht mit dem freundlichsten, sanftesten Blick..............
." Als Nikolais Vater 1894 völlig unerwartet verstarb, war
Nikolai darauf nicht vorbereitet, da er nie einen
Vorbereitungsunterricht hatte. Schließlich heiratet er Alexander
am 26.11. 1894. Sie gebar ihm vier Mädchen und einen Buben,
welcher der Thronfolger sein sollte. Doch die Zarenfamilie
hatten ein Geheimnis vor dem russischen Volk, welches sie nicht
preisgaben, obwohl das Volk wusste, dass sie eines hatten. Das
Geheimnis war, dass Alexej Blutkrank war und sie ihr Ansehen
nicht verlieren wollten, da aber sie dem Volk das eben nicht
sagten wurden sie sehr unbeliebt. Im August 1914 brach der 1.
Weltkrieg aus und am Anfang wuchs die Bevölkerung, doch nach
einigen Monaten begann sie wegen der schweren
Gelegenheitsarbeiten zu sinken. Nikolai wollte zu seinen Soldaten
in dieser Zeit an die Front, aber der plötzliche Ausbruch der
Revolution machten es ihm unmöglich. Am 15.04.1917 dankte
Nikolai ab und die Zarenfamilie wurden in ihrem eigenen haus
eingesperrt. Schließlich wurden sie nach Jekaterinburg, Sibirien
ins Haus Ipatiev gebracht. Am 16.07. 1918 wurden sie in einen
Keller gesperrt und dort erschossen. Er starb als er 50 Jahre alt
war.
ALEXANDRA
FEDOROVNA:
Zarin von Russland von 1894-1917
*06.06.1872 Darmstadt
? 17.07.1918 Jekaterinenburg/Swerdlowsk
K 26.11.1894 Winterpalast St. Petersburg mit Nikolai II.
Alexandrovich
Alexandra wurde am 06.06. 1872 in Hessen- Darmstadt geboren. Ihre
Eltern waren Louis IV, Erzherzog von Darmstadt und Prinzessin
Alice, Tochter von Königin Victoria. Sie hatte rotblonde Haare
und blaue Augen. Ihr Spitzname als Kind war Sonnenschein/sonnig,
da sie oft strahlte vor Freude. Nach dem Tod ihrer Mutter, im
Jahre 1878 wurde sie ernst. Sie traf Nikolai zum ersten Mal auf
der Hochzeit ihrer Schwester, im Jahre 1884. Als sie 17 Jahre alt
war besuchte sie ihre Schwester in St. Petersburg. Dort traf sie
auch Nikolai wieder und verliebte sich in ihn. Am 26.11. 1894
heiratete sie ihn. 1895 bekam sie ihre erste Tochter und in den
nächsten Jahren drei weitere. Am 12.08. 1904 brachte sie
den Thronerben, Alexej, zur Welt. Es schien bei der geburt so,
dass er ein gesunder und glücklicher Bube war, doch nach sechs
Wochen fand man heraus, dass er Bluter war. Danach war ihr Herz
gebrochen. Sie wurde sehr religiös und suchte immer ein
Heilmittel für Alexej, bis sie schließlich den sibirischen
Mönch Rasputin kennen lernte. Er wurde in den
Familienkreis aufgenommen und versuchte immer wider Alexej zu
helfen. So stieg er sehr hoch in die Gunst der Zarin. Das Volk
missbilligte dies und man sagte ihr ein Verhältnis mit Rasputin
nach. Als der 1. Weltkrieg ausbrach meinten außerdem viele
Russen, dass Alexandra zu den Deutschen halte und mochten sie so
noch weniger. Sie war 46 Jahre alt als sie starb.
KINDER:
1) Romanow Olga Nikolaevna, Großherzogin
* 15.11.1895 ? 17.07.1918 ermordet
2) Romanow Tatjana Nikolaevna, Großherzogin
* 10.06.1897 ? 17.07.1918 ermordet
3) Romanow Maria Nikolaevna, Großherzogin
* 26.06.1899 ? 17.07.1918 ermordet
4) Romanow Anastasia Nikolaevna, Großherzogin
* 18.06.1901 ? 17.07.1918 ermordet
5) Romanow Alexei Nikolaevich, Zarevich
* 12.08.1904 ? 17.07.1918
ermordet
OLGA
NIKOLAEVNA:
Olga wurde am03.11. 1895 geboren und war die Älteste Tochter von
Zar Nikolai und Zarin Alexandra. Sie wurde als prachtvolles Kind,
rosig und dick mit einer üppigen Haarpracht beschrieben. Sie war
der Liebling des Vaters, da sie blaue Augen und Kastanienbraunes
Haar hatte. Olga war die nachdenklichste von ihren Schwestern und
sehr intelligent. Sie machte gerne schwere Sachen und stritt oft
mit ihrer Mutter.
Sie war ein Soldat in ihrem eigene Regiment und erhielt später
einen ehrenamtlichen Titel. Im 1. Weltkrieg half sie ihrer Mutter
und Tatjana in Krankenhäusern, die verwundeten Soldaten pflegen.
Während der Revolution wurde sie mürrisch und weniger herzlich.
Sie war 23 Jahre alt als sie ermordet wurde.
Olga, die älteste, war sehr belesen und intelligent. Im
Unterricht stach sie all ihre Geschwister aus, jedoch galt sie
als ebenso schwierig und sagte was sie dachte, was ihre Mutter
nicht gerne sah. Sie war keine Schönheit, besaß aber Charme.
Ihr breites offenes Gesicht und die dunklen Haare zeigten die
Ähnlichkeit mit ihrem Vater. So war es auch Olga, mit der sich
Nikolaus von seinen Töchtern am liebsten beschäftigte.
TATJANA
NIKOLAEVNA:
Tatjana wurde am 29.05. 1897 geboren. Sie
war der Liebling der Mutter, da sie sehr groß und schlank war.
Sie hatte kastanienbraunes Haar und graue Augen. Tatjana war die
Anführerin der Kinder weshalb sie auch den Spitznamen
Gouvernante hatte. Ihr wurde ein Regiment von Soldaten zugeteilt
und wurde später auch ehrenamtlicher Kolonel. Im Krieg war sie
mit ihrer Mutter und ihrer Schwester als Krankenschwestern in
Spitälern. Sie hatte in ihrer Gefangenschaft Masern und ihre
Persönlichkeit veränderte sich. Sie war 21 Jahre alt als sie
erschossen wurde.
Tatjana wiederum war der Liebling der Mutter. Sie galt als
das schönste der Mädchen, sie war groß und elegant wie ihre
Mutter, besaß ein klassisches Gesicht und rotbraune Haare. Sie
war musisch sehr begabt, spielte gut Klavier und war sich ihrer
Stellung als Tochter des Zaren sehr bewusst. Sie war nicht so
intelligent wie ihre Schwester Olga, machte dies aber durch eine
extreme Hartnäckigkeit wieder wett.
MARIA
NIKOLAEVNA:
Sie hatte große blaue Augen, wie ihr Vater, und helles
braunes Haar, rosa Bäckchen, und ein großes Lächeln. Sie galt
in der Familie als sanfter Engel. Sie tendierte zu mehr Gewicht.
Maria war wirklich kühn, und unerschrocken (in anderen Berichten
heißt es: Sie war überaus gutmütig und einfältig um neue
Menschen zu treffen war sie sehr gesprächig. Anastasia wurde
Marias beste Freundin und Vertraute. Obwohl Maria älter war fand
sie sich gegenüber ihrer jüngeren Schwester unterlegen.
Anastasia war stärker und besaß eine kämpferische
Persönlichkeit. Maries Persönlichkeit entwickelte sich langsam
und sie wurde länger als ein Kind behandeln als es sein sollte.
Sie war kultiviert als Studentin. Jedoch neigte sie
zur Faulheit und war sehr verträumt. Marie war Linkshänderin
und besaß Talent für die Kunst. Einer ihrer Lieblingsträume
war der Tag ihrer zukünftigen Hochzeit und ihre eigene
Familie. Sie wollte eine exzellente Mutter und Frau sein.
Marie war die Menschenfreundlichste der Mädchen und liebte
nichts mehr als mit den Leuten und den ansehnlichen jungen
Offizieren zu reden. Die ganze Familie neckte sie über ihr
verhalten mit Jungen Männern mehr als sie zu tadeln.
Während des Krieges entwickelte Maria eine ernsthafte,
platonische Beziehung mit einem Offizier. Die Großherzogin
überwachte die beiden bei Spaziergängen auf dem Palastweg.
Jedoch sah Maria ihren Freund selten. Maria verhielt sich mutig
während der erschreckenden Reise von Tobolsk nach
Jekaterinburg. Sie ritt mit Sovijet Soldaten in ihren
primitiven Wagen. Maria war 19 Jahre alt als sie mit ihrer
Familie ermordet wurde.
ANASTASIA
NIKOLAEVNA:
Anastasia wurde am 18. Juni 1901 geboren. Augenzeugen schildern
sie als klein, rundlich und auffallend blauäugig. Sie wird als
ein Spaßvogel geschildert, aber auch als dickköpfig, boshaft
und frech, da sie voller Energien und Enthusiasmus war. Sie soll
sehr sprachbegabt gewesen sein und hatte ein Talent dafür,
Akzente nachzumachen. Anastasia benahm sich sehr jungenhaft. Sie
kletterte mit Vorliebe auf Bäume und weinte selten. Die
Großfürstinnen hatten einen gemeinsamen Bund, den sie OTMA
nannten, zusammengesetzt aus den vier Anfangsbuchstaben. Sie
erhielten eine harte Erziehung, anders als man es von
Prinzessinnen erwarten würde. Miteinander und mit dem Vater
wurde Russisch, mit der Mutter Englisch gesprochen. In der
Gefangenschaft versuchte sie immer wieder ihre Familie zu
unterhalten, ist aber am Scheitern daran gebrochen. Sie soll
geistig träge und dick geworden sein. Die letzten
Beschreibungen, die von Anastasia überliefert sind, heben ihr
blondes Haar, blaue Augen und dunkle, fast in der Mitte
zusammengewachsene Augenbrauen hervor. Sie wird als
temperamentvoll, wild und ungestüm beschrieben.
Am Tag der Ermordung der Zarenfamilie wäre Anastasia gerade 16
geworden.
1920 wurde eine 24-jährige Frau aus dem Berliner Landwehrkanal
gezogen. Nach diesem Selbstmordversuch wurde sie in Heim
eingewiesen. Nachdem sie dort Bilder der Zarenfamilie in einer
Zeitung gesehen hatte, begann sie zu behaupten Anastasia zu sein.
Sie sprach allerdings kein Russisch - der Schock der Mordnacht
habe es ihr unmöglich gemacht. Einige Romanow-Verwandte glaubten
ihr die Geschichte von der abenteuerlichen Flucht aus
Jekaterinburg. Die Mehrzahl der Erben versuchte aber die Frau als
Hochstaplerin zu entlarven. Das war schwierig, denn die
vermeintliche Anastasia hielt über 60 Jahre lang an ihrer Story
fest. Selbst anerkannte Historiker sahen in ihr die verschollene
Großfürstin. Unter dem Namen Anna Anderson ließ sie sich im
amerikanischen Charlottesville nieder. Dort wurde sie von vielen
Mitbürgern als russische Zarentochter verehrt. Schließlich
heiratete sie den Amerikaner Dr. John Manahan, der es interessant
fand, sich mit einer Zarentochter zu schmücken. Mit der Zeit
wurde sie aber immer unleidlicher und verrückter. Selbst ihre
Ohren wurden mit denen von Anastasia verglichen. Die Vermessung
der Ohren galt damals als stichhaltiger Identitätsbeweis. In 17
Punkten stimmen die Ohren überein. Das waren mehr Punkte als vor
Gericht nötig. Erst nach ihrem Tod im Jahr 1984 konnten Biologen
mit Hilfe einer DNS-Analaye eindeutig beweisen, dass Anna
Anderson keine Romanow war, sondern die polnische Landarbeiterin
mit Namen Franziska Schanzkowska. Auf ihrem Grabstein ist jedoch
noch immer der Name Anastasia eingemeißelt.
Anastasia war die jüngste unter den Mädchen. Sie war weder so
intelligent wie Olga noch so gutaussehend wie Tatjana, auch die
Liebenswürdigkeit Marias konnte sie nicht aufweisen, so blieb
ihr nur die Stellung des ewigen Spaßmachers. Sie galt als
rechter Wirbelwind und ihr derber Humor und ihre oft nicht so
harmlosen Streiche waren im Palast berüchtigt.
ALEXEJ
NIKOLAEVICH:
Alexej wurde am 12.08.1904 geboren. Er hatte blond Haare, blaue
Augen und war sehr dünn und blass. Er war der Thronerbe der
Romanow und bekam von seinen Eltern was er wollte. Anfangs, nach
der Geburt, schien es so, dass er gesund sei, aber nach sechs
Wochen blutete er aus dem Nabel und so wusste man, dass er Bluter
war. Als Kind musste immer vorsichtig sein, damit er sich nicht
verletzte. Er musste Mittel nehmen, die große
Schmerzenverursachten. Er hatte zwei Krankenschwestern und zwei
Matrosen. Zuerst Dereronko, der ihm half, wenn er krank war, ihn
aber während der Oktoberrevolution verließ. Der Zweite Matrose
Nagorny unterstützte ihn während der Gefangenschaft. In dieser
zeit hatte er ständig Leute um sich, die ihm halfen und
unterstützten, doch er litt nur Schmerzen. Als er Acht Jahre alt
war, starb er fast an einer Beinverletzung. Damals war er mit
seiner Familie auf Spala und erlitt eine Beinverletzung.
Die Eltern hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sie ein
Telegramm von Rasputin erhielten, worin stand, dass sie die
Hoffnung nicht aufgeben sollten. Am nächsten tag ging es Alexej
schon besser.
Nach der Revolution wurden sie nach Sibirien abtransportiert. Als
seine Familie nach Jekaterinburg transportiert wurden, blieb er
etwas zurück, da er abermals erkrankte.
In der Nacht in der seine Familie exekutiert wurde, von Soldaten
erschossen, überlebte er als Einziger. Er wurde dann vom
Anführer der Soldaten höchstpersönlich erschossen. (Er schoss
auf Alexej zweimal in Folge.) Er war 13 Jahre alt, als er
erschossen wurde.
Alexej war bei seinem Tod ein dünner, schmaler Junge. Er hatte
die in seiner Familie oft auftretende Hämophilie geerbt, die
Bluterkrankheit. Sie wird von der Mutter auf den Sohn vererbt.
Das Blut gerinnt nicht wie bei anderen Menschen. Bei jedem Stoß,
der ein Gefäß verletzte, konnte Blut in die umgebende
Muskulatur sickern. Es gerinnt nicht, sondern verursacht eine
schmerzhafte Schwellung. Erst wenn der Druck der Schwellung hoch
genug war, verlangsamte er den Blutstrom. Oftmals konnte Alexej
nicht laufen oder andere Körperglieder nicht bewegen. Nach dem
Tod der Zarenfamilie tauchten vereinzelt auch falsche Zarewitsche
auf. Aufgrund seiner Bluterkrankheit halten es Experten jedoch
für unwahrscheinlich, dass er das Massaker überlebte. Selbst
wenn, waren Überlebenschancen von Blutern zu gering, als dass er
lange am Leben geblieben
wäre.
DIESES UND
JENES VON DEN ZAREN UND IHREM LEBENSSTIL.
Winterpalais
Seit fast 150 Jahren ist der Winterpalast in Sankt Petersburg die
offizielle Residenz der Romanows. Es war Peter der Große, der
den Sitz der Zaren von Moskau nach Sankt Petersburg verlegte.
Nach seiner Krönung hält auch Nikolaus II. mit seiner Gemahlin
dort Einzug. Als autokratischer Monarch herrscht er
uneingeschränkt über Russland. Nikolaus II. ist der reichste
und mächtigste Mann der damaligen Welt. Die Säle des Palastes
werden von zahllosen Kerzen erhellt. Es sind Gemächer wie aus
tausend und einer Nacht. Im Malachit-Zimmer trifft sich das junge
Herrscherpaar immer wieder zum Tee -umgeben von unermesslichem
Reichtum. Das wahre Vermögen des letzten Zaren ist bis heute ein
Geheimnis geblieben. Seit den ersten Tagen des Zarengeschlechts
ist ihre Geschichte untrennbar mit dem Verlangen nach Gold
verknüpft. Die Legende vom Zarengold beginnt im Jahr 1547, als
Iwan der Schreckliche zum ersten Zaren von Russland gekrönt
wird.
Rücktritt und
Gefangenschaft
Am 28. Juni 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. In Russland
eskalieren die Ereignisse. Im ganzen Land treten die Arbeiter in
den Streik und rufen zum Kampf gegen den Zaren auf. Nikolaus II.
sieht sich zur Abdankung gezwungen. Auch im Namen des Zarewitsch
Alexej verzichtet Nikolaus auf den Thron. "Da wir nicht
wünschen, von unserem geliebten Sohn getrennt zu werden",
so der Zar in seinem Manifest. Die neue provisorische Regierung
schickt die Zarenfamilie in die Gefangenschaft in das abgelegene
Tobolsk in Sibirien. Hier soll der Zar vor der
Rache der Bolschewisten sicher sein. Noch immer ist er erfüllt
von einer tiefen Liebe zu seinem Land. Am 24.Oktober 1917
ergreift Revolutionsführer Lenin die Macht und verhaftet die
provisorische Regierung. Seit dieser Stunde ist das Leben der
Romanows in Gefahr.
Die letzte Station
Als letzte Station ihrer Verbannung wird die Zarenfamilie ins
Ipatjew-Haus nach Jekaterinburg gebracht. Es wird das "Haus
zur besonderen Verwendung" genannt. Dort lebt die Familie in
totaler Isolation. Meldungen über das Schicksal des Zaren
dringen in die Welt. Doch Lenin leugnet jede Gefahr, wie sein
Telegramm an die Presse belegt. "Ex-Zar in Sicherheit.
Gerüchte sind Lügen der Kapitalisten." In London bemüht
sich der Cousin des Zaren, König Georg V., vergeblich um ein
Exil der Familie im Ausland. Legenden kursieren über die
abenteuerliche Rettung der Familie durch den britischen
Geheimdienst. Eine Zarentochter soll aus dem Ipatjew-Haus befreit
worden sein.
Die letzten Stunden
Die Zarin schreibt auf die letzte Seite ihres Tagebuchs:
"Karten gespielt, 15 Grad, um 10 Uhr zu Bett." Um
Mitternacht wird die Familie in den Keller geführt - wegen
"Unruhen in der Stadt." Wie für ein letztes Porträt
sollen sie dort gesessen haben. "Wenn dieses Leben endet,
treffen wir uns in einer anderen Welt wieder", steht im
Tagebuch des Zaren. "Keine Trennungen mehr, endlich
vereint." Dr. George Vilinbakhov, Historiker, über das
Herrscherpaar: "Nikolaus und Alexandra waren zutiefst
religiöse Menschen. Die tragischen Ereignisse in ihrem Leben
verstärkten diesen fatalistischen Glauben an die Unabwendbarkeit
des Schicksals. Sie selbst hegten keine Fluchtgedanken und gaben
sich ihrem Schicksal widerstandslos hin."
Wo sind die Überreste der
Zarenfamilie?
In der Nacht auf den 17. Juli 1917 wurden die Leichen der
Zarenfamilie in einem Gebiet 20 Kilometer nördlich von
Jekaterinburg verscharrt. "Vier Brüder" nannte man
diese Stelle wegen der vier riesigen Kiefern, die dort einmal
gestanden hatten. Die Toten wurden auf Lastwagen verladen. Um
sechs Uhr morgens wurden die Leichen entkleidet. Wertvolle
Gegenstände wurden ihnen genommen. Die Kleider wurden verbrannt,
die Leichen in einer vorher ausgehobene Grube geschmissen. Durch
Handgranaten sollten die Opfer unkenntlich gemacht werden. Das
Versteck erschien nicht als sicher genug. Nur eine Nacht später
kehrten die Männer zurück. Die Leichname wurden ausgegraben,
und noch weiter in den Wald gefahren. Die Leichen, welche die
Männer für die des Zarenpaares hielten, wurden mit Benzin
übergossen und verbrannt. Die anderen Körper wurden mit
Schwefelsäure übergossen. Mit einem LKW wurde die Stelle
platt gefahren, Baumstämme sollten das Versteck für immer
verbergen. Der Beamte Sokolow begann noch während der
Revolutionswirren mit der Suche. Aussagen von Verwandten der
Mörder halfen ihm. Bei den vier Brüdern stieß er auf
persönliche Gegenstände sowie Knochenstücke und ein weiblicher
Finger. Er fand nicht die Überreste und veröffentlichte 1924
ein Buch über seine Funde. Damit endete seine Suche. Erst 1978
machte sich der Geologe Alexander Awdonin auf, inspiriert durch
das Buch, nach den Leichen zu suchen. Am 30. Mai 1979 entdeckte
er drei menschliche Schädel. Er vermutete in einem von ihn den
des Zaren, doch aus Angst weigerten sich alle Wissenschaftler
dies durch Analysen zu bestätigen. Erst 1989 nach der
Perestroika kam der Fund ans Licht der Öffentlichkeit. Am 12.
Juli 1991 begannen die offiziellen Ausgrabungen. Nach
dreitägiger Arbeit stand fest, dass sich neun der elf Opfer am
Fundort befinden. Mit komplizierten Verfahren, bei denen Fotos
der Opfer mit den Schädelfunden verglichen wurden, wurde
bewiesen, dass es sich bei den Funden um die kaiserliche Familie
und deren Diener handelte. Nach Ansicht des Gerichtsanthropologen
Abramow fehlten Alexej und Maria. Abramows amerikanischer Kollege
Maples hingegen kam zu dem Schluss, es sei Anastasia, die fehlte.
Heute weiß man mit 98,5 Protzentiger Sicherheit, dass es sich um
die Gebeine der Romanows handelt. Doch die Frage nach der
Identität der beiden Töchter/dem Sohn konnte nicht
abschließend beantwortet werden.
Der Geologe Alexander Awdonin ermittelte im Fall Romanow.
Jurowskis Bericht bringt ihn auf die richtige Spur. Awdonin ist
im Besitz einer Kopie, die er vom Sohn des Kommandanten erhalten
hat. In den Birkenwäldern um Jekaterinburg macht Awdonin sich
auf die Suche nach dem Zarengrab. Die Lage ist im Protokoll des
Mörders genau beschrieben. Im Mai 1979 macht der Geologe
tatsächlich einen spektakulären Fund. Der Schädel des Zaren?
Angst beschleicht den Entdecker. Noch wird die "Akte
Romanow" geheimgehalten, und er vergräbt die Knochen
wieder.
Erst im Juli 1991 kehrt Awdonin mit einem offiziellen
Exhumierungsteam an den Ort seiner Entdeckung zurück. In dem
Massengrab liegen die sterblichen Überreste von neun Menschen.
Sind es tatsächlich die Zarengebeine? Der Fund sollte zur
wissenschaftlichen Weltsensation werden.
Nach dem Grabfund analysiert Gerichtsmediziner Sergej Abramow in
Moskau die Gesichter der Zarenfamilie auf zahllosen Fotos. Er
überlagert sie im Computer mit Bildern der Schädel und markiert
jene anatomisch festgelegten Punkte, die genau übereinstimmen
müssen, um eine Person zu identifizieren. Der Computer bringt
die Wahrheit ans Licht. Die Gesichtsmerkmale von Anastasia
stimmen exakt mit einem der gefundenen Schädel überein. Sie ist
in der Mordnacht gestorben und es ist Maria, die nicht
identifiziert werden kann. Mittlerweile geht man davon aus,
dass die Verschwundene nicht Anastasia sondern Maria ist.18. Juni
1901 - 17. Juli 1917 (?) oder 12. Februar 1984 (?)
copyright by Maria
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